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Mythen über Einmalhandschuhe - Nitril-Allergie & mehr

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Da es bei der Auswahl von Einmalhandschuhen um unseren persönlichen Schutz geht, sollte diese Wahl gut durchdacht sein. Vor allem überall dort, wo mit Chemikalien oder anderen hautunverträglichen Stoffen gearbeitet wird, ist es wichtig, einen Handschuh zu finden, der vor den entsprechenden Substanzen schützt. Diese Entscheidung für einen bestimmten Einmalhandschuh ist nicht immer ganz einfach, da es unzählige Anbieter, verschiedene Materialien, unterschiedliche Wandstärken und andere bedeutende Unterschiede zwischen den Einweghandschuhen gibt. Zudem wird die Entscheidung dadurch erschwert, dass im Internet und auch anderswo vermeintliches Wissen über Einmalhandschuhe kursiert, welches schnell verunsichern kann und zu voreiligen (falschen) Beurteilungen führt. Einiger dieser Mythen möchten wir uns nun annehmen und Ihnen aufzeigen, wie viel Wahrheit tatsächlich in ihnen steckt.

Mythos Nr. 1: Ausschließlich Latexhandschuhe können Allergien verursachen - Es gibt keine Allergie gegen Nitril-Handschuhe oder eine Vinyl-Allergie.

Da der Gebrauch von Einmalhandschuhen in der heutigen Zeit in vielen Arbeitsbereichen zum Alltag geworden ist, ist die Angst vor Allergien, die auf das Tragen von Einmalhandschuhen zurückzuführen sind, immer größer geworden. Während häufig von einer Latexallergie die Rede ist, hört man nie von einer Allergie gegen Nitril-Handschuhe oder einer Vinyl-Allergie. Doch birgen Nitril- und Vinylhandschuhe tatsächlich kein Allergie-Risiko? Doch. Den Nitrilhandschuhen werden im Vulkanisationsprozess, d.h. während der Produktion, Chemikalien beigefügt, die die Vulkanisation beschleunigen sollen (z.B. Thiurame, Mercaptobenzothiazolen, Dithiocarbamates, Thiazole  etc.). Auf diese Chemikalien kann der Mensch ebenso allergisch reagieren wie auf Latex. Diese Chemikalien werden in nachgelagerten Produktionsschritten meistens weitestgehend wieder ausgewaschen und beseitigt. Bei einigen Anbietern bleiben jedoch kleine Restwerte dieser Chemikalien in den Nitrilhandschuhen bestehen. Den Vinylhandschuhen werden außerdem Weichmacher (z.B. Phthalate) hinzugefügt, um ihre weiche Konsistenz zu ermöglichen. Auch diese können Allergien hervorrufen.

Wahrheit: Auch Nitril- und Vinylhandschuhe birgen eine Allergiegefahr, jedoch eine geringe.

Mythos Nr. 2: Nitrilhandschuhe bieten alle gleich guten Schutz vor Chemikalien

Wenn es um den Einsatz von Einmalhandschuhen mit Chemikalien geht, werden zumeist Nitrilhandschuhe empfohlen, da sie im Vergleich zu Latex- und Vinylhandschuhen den besten Schutz gegenüber Chemikalien bieten. Allerdings gibt es auch bei Nitrilhandschuhen signifikante Unterschiede, beispielsweise in der Wandstärke, d.h. in der Dicke des Handschuhs. Heutzutage werden immer dünnere Nitrilhandschuhe angeboten, um den Kunden günstigere Preise und höheren Tragekomfort zu ermöglichen. Ein dickerer Nitrilhandschuh schützt selbstverständlich besser und auch im längeren Kontakt vor Chemikalien als ein dünner Nitrilhandschuh.

Wahrheit: Der Chemikalienschutz von Nitrilhandschuhen ist nicht immer gleich. Er hängt unter anderem von der Wandstärke des Handschuhs ab.

Tipp: Wenn Sie nicht sicher sind, inwiefern Ihre Einweghandschuhe chemikalienbeständig sind, können Sie beim Hersteller nach den Chemikalien-Permeations-Daten des Handschuhs fragen. Diese geben an, welche Chemikalien der Handschuh „aufhalten“ kann und welche Chemikalien die Oberfläche des Handschuhs durchdringen können.

Mythos Nr.3: Einmalhandschuhe gewährleisten denselben Chemikalienschutz, wenn sie aus dem gleichen Material bestehen und die gleiche Wandstärke haben.

Es besteht durchaus ein Zusammenhang zwischen dem Chemikalienschutz, dem Material und der Wandstärke eines Einmalhandschuhs (siehe Mythos 2). Allerdings hängt der Chemikalienschutz im Endeffekt auch noch von anderen Faktoren ab. Die Hersteller von Einmalhandschuhen benutzen verschiedene Methoden, um ihre Handschuhe noch resistenter gegenüber Chemikalien und somit noch sicherer für den Verbraucher zu machen. Beispielsweise chlorinieren einige Hersteller ihre Einmalhandschuhe. Dies führt zu einer höheren Resistenz gegenüber Chemikalien und verleiht dem Handschuh zusätzlichen Glanz auf der Oberfläche. Außerdem werden Einmalhandschuhe häufig besprüht oder beschichtet (sogenanntes Polymer Coating). Auch diese Methode erhöht die Chemikalien-Resistenz.

Wahrheit: Auch wenn zwei Paar Einmalhandschuhe aus dem gleichen Material bestehen und die gleiche Wandstärke haben, können sie durchaus unterschiedliche Permeationszeiten (Durchdringungszeiten) bzgl. Chemikalien aufweisen. Sprich: Sie sind unterschiedlich resistent gegenüber Chemikalien.

Mythos Nr. 4: Alle Einmalhandschuhe bieten denselben Schutz.

Einmalhandschuhe werden als Barriereschutz eingesetzt, sprich: Der Mensch soll nicht in direkten Kontakt mit einem Produkt oder einer Substanz kommen. Die Schutzbarriere vor dem Anziehen des Einmalhandschuhs wird durch den AQL ausgewiesen. Er gibt die statistische Möglichkeit/Wahrscheinlichkeit an, mit der kleine Löcher in der Handschuhoberfläche vorhanden sind. Während des Gebrauches sind die Einmalhandschuhe unterschiedlich stabil. Die Wahrscheinlichkeit kleiner Löcher in der Oberfläche hängt mit der Wandstärke, dem Material und weiteren Einflüssen ab. Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit kleiner Löcher bei Vinylhandschuhen nach dem Gebrauch mit einer Ausfallrate von 35% am höchsten ist. Bei Latex liegt diese Rate bei 9%.

Wahrheit: Der Barriereschutz unterschiedlicher Einmalhandschuhe hängt von dem Material, der Wandstärke und anderen Faktoren ab.

Tipp: Um festzustellen, wie gut die Schutzbarriere bei einem speziellen Handschuh ist, können Sie diesen für eine bestimmte Zeit tragen und anschließend mit Wasser füllen. Nun können Sie überprüfen, ob Wassertropfen durch das Material dringen.

Mythos Nr. 5: Texturierte Handschuhe ermöglichen bessere Griffigkeit der Oberfläche („Grip“).

Häufig bevorzugen Handschuhträger texturierte Einmalhandschuhe, wenn für ihren Einsatzzweck eine besonders hohe Griffsicherheit notwendig ist. Doch ist diese Texturierung tatsächlich ausschlaggebend für den Grip des Handschuhs? Die Griffsicherheit eines Einmalhandschuhs wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter auch die Texturierung. Jedoch ist die Texturierung nicht allein maßgeblich für den Grip. Das Level der Griffsicherheit wird von Herstellern als „tack“ bezeichnet und bezieht sich grundsätzlich auf den Latexhandschuh. Latexhandschuhe sind von Natur aus schon verhältnismäßig griffig. Das Level der Griffsicherheit („tack“) kann vom Hersteller durch eine entsprechende Behandlung der Oberfläche ungeachtet der Texturierung beeinflusst werden, beispielsweise durch eine Chlorination oder das Besprühen oder Beschichten der Oberfläche (Coating). Die Problematik dabei ist der konstante und gleichmässige Grip. Zu starker Grip führt dazu, dass die Handschuhe miteinander in der Verpackung verkleben und dass es zu hohen Chemikalien Rückstandswerte kommt, die zu Hautirritationen führen können. Zu niedriger Grip bietet wohl niedrige Rückstandswerte, es kann aber sein, dass dann der Grip zu niedrig ist – die Griffsicherheit also beeinflusst wird. Demnach kann man nicht pauschal sagen, dass ein texturierter Handschuh immer griffig und ein nicht-texturierter Handschuh immer glatt ist. Es kann durchaus auch andersrum der Fall sein.

Wahrheit: Die Griffigkeit eines Einmalhandschuhs hängt nicht ausschließlich von der Texturierung der Oberfläche ab. Auch andere Faktoren (beispielsweise das Coating oder die Chlorination) beeinflussen die Griffigkeit, die von Herstellern als „tack“ bezeichnet wird.

Mythos Nr. 6: Ungepuderte Einmalhandschuhe sind „sauber“.

Gepuderte Einmalhandschuhe werden gelegentlich als „schmutzig“ betitelt, da sie während der Produktion höchstens minimal gereinigt werden, während die Chemikalien bei der Produktion ungepuderter Einweghandschuhe größtenteils ausgewaschen werden. Beispielsweise werden die Handschuhe chloriert, was das Abziehen der Handschuhe von den Keramikformen erleichtert. Bei diesem Produktionsschritt werden Puderrückstände von den Einmalhandschuhen beseitigt. Jedoch ist es heutzutage bei immer mehr Herstellern der Fall, dass sie ihre puderfreien Handschuhe weder chlorieren, noch nachreinigen. Anstelle der Chlorierung werden Wachs oder ein Polymer Coating verwendet, um die Handschuhe möglichst gut von den Keramikhänden abziehen zu können. Zwar sind diese Einweghandschuhe dann puderfrei, doch sie können durch die Polymer-Beschichtung dennoch zu Hautirritationen führen.

Wahrheit: Auch puderfreie Einmalhandschuhe können auf ihrer Oberfläche Chemikalienrückstände aufweisen. Diese Chemikalienrückstände sowie eine Polymer-Beschichtung können Hautirritationen hervorrufen.

Tipp: Um herauszufinden, ob Ihre Einmalhandschuhe gecoated wurden, können Sie einen ganz einfachen Test machen. Wenn Sie Alkohol auf die behandschuhten Hände sprühen, diese anschließend aneinander reiben und es schnell rutschig wird, dann sind Ihre Handschuhe höchstwahrscheinlich gecoated. Eine andere Möglichkeit ist es, die Handfläche an eine Glasscheibe zu drücken, beispielsweise ans Fenster. Wenn Ihre Handschuhe ein Coating hat, wird diese nun kristallisieren.

Mythos Nr. 7: Alle Anforderungen in einem Labor können durch einen Einweghandschuh abgedeckt werden.

Da in Laboren eine ganze Menge unterschiedlicher Chemikalien zum Einsatz kommen und da alle Hände unterschiedlich empfindlich sind, ist nicht möglich, einen Handschuh zu finden, der jeglichen Anforderungen in einem Labor gerecht wird und für alle Aufgaben im Labor verwendet werden kann. Bei der Auswahl eines zum Anwendungszweck passenden Einmalhandschuhs müssen verschiedenste Faktoren beachtet werden: das Material, die Wandstärke, Chlorierungen, Polymer-Beschichtungen etc. Bei flüssigen Chemikalien kann empfohlen werden, Einweghandschuhe mit einem möglichst langen Schaft zu tragen, um auch die Unterarme vor spritzenden Chemikalien zu schützen. Um allergischen Reaktionen aus dem Weg zu gehen, sollten bei empfindlicher Haut nachgereinigte Handschuhe bevorzugt werden, die keine oder nur geringe Mengen an Vulkanisationsbeschleuniger (z.B. Thiurame, Mercaptobenzothiazolen etc.) beinhalten.

Wahrheit: Bei der Auswahl von Einweghandschuhen fürs Labor sind einige Umstände zu beachten. Bei vielen speziellen Anforderungen kann der perfekte Einmalhandschuh gegebenenfalls nicht gefunden werden und es müssen für unterschiedliche Zwecke unterschiedliche Handschuhe benutzt werden.

(Quelle:http://www.biozym.com/Portals/_eEvolutionCMS/Documents/740000_09_GeschichtenWahrheitenUeberLaborhandschuheV1.pdf)

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arnowa.de - Team